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 Krigstein: Krigstein Null

Serie: Krigstein
Autoren: Haimo Kinzler
Herausgeber: Christian Heesch
Verlag: Zwerchfell Verlag

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


"Blöder Weltkrieg!" verkündet eine der Hauptfiguren gleich auf der ersten Seite des Comics Krigstein Null von Haimo Kinzler. Nachdem Jahre lang mit der historischen Aufarbeitung gerungen wurde, wenden sich einige Künstler mittlerweile ungeniert an das Thema heran, frei nach dem Motto "Man muss über alles lachen können". Wäre ja gelacht, wenn nicht. Krigstein Null, das im Herbst 2007 erschienen ist, erzählt die Vorgeschichte des bereits 1999 erschienenen ersten Krigstein-Bandes. In dieser nur 32-seitigen Vorgeschichte begleitet der Leser den Soldaten Kat Kadz, der einen Spezialauftrag ausführend von einem Leichenhaufen zum nächsten sprintet und die ein oder andere Kugel über seinen Kopf davon sausen spürt. "Nächstes Mal lasse ich mich krankschreiben!", mit dem nächsten Mal ist der nächste Weltkrieg gemeint, sollte noch einer folgen. Seine in Schützengräben verschanzten Kameraden schließen bereits Wetten ab, wie weit er es schafft, während Kadz im Kugelhagel um sein Leben rennt, stets darauf bedacht die Tasche, die er bei sich trägt, nicht zu verlieren, denn seine Vorgesetzten kümmert nur eine unversehrte Tasche und nicht ein unversehrter Kadz. Im Bunker angekommen, wandert die Tasche gleich in den Müll ("diente nur dem Zweck, deine Zuverlässigkeit auf die Probe zu stellen.") und Kadz bekommt sofort das nächste Transportutensil in die Hand gedrückt, einen Koffer. Diesmal ein echter Spezialauftrag, sagt man ihm jedenfalls. Er soll ihn zu der berühmt-berüchtigten Hannah Peitsch bringen, die bald irgendwo im Inferno landen wird, sobald sie eine Briefmarke erspäht hat ("Auf die Peitsch ist Verlass. Die kann auch auf einer Briefmarke landen.").

Schon die erste Seite offenbart, dass Krigstein ein Fest für alle Zyniker und Schwarzhumorigen unter uns ist. Davon soll es ja nicht zu wenige geben. Und in der Tat sind die 32 Seiten mit einer Vielzahl von Boshaftigkeiten, zynischen Sprüchen und sarkastischen Anspielungen gespickt. Die vorgesetzten Offiziere machen sich einen Spaß daraus, ihre Männer auf Himmelfahrtskommandos zu entsenden, solange sie noch können. Denn auch so ein Weltkrieg ist ja irgendwann einmal vorbei. Bissig und böse, wie so viele Stellen in diesem kleinen, von Anspielungen nur so wimmelnden, Comic. Selbst Steven Spielberg wird mit ins Geschehen eingebunden. Zwanzig überlebende Soldaten eines Durchbruchversuchs wundern sich zu Recht, dass sie nochmals an die Front müssen, um einen vermissten Kameraden, dessen vier Brüder im Kampf gefallen sind, zu finden und nach Hause zu bringen. Man könnte noch weitere Stellen zitieren, die an und für sich geeignet sind das ein oder andere Schmunzeln auf die eigenen Lippen zu zaubern, doch eine Zielrichtung lässt sich nirgends erspähen. Viel makaberer Kurzweil, dafür wenig brauchbare Nachhaltigkeit. Das lässt sich vielleicht damit entschuldigen, dass es sich bei Krigstein Null nur um die Einführung handelt und nicht um ein abgeschlossenes Werk.

Anja Mikolajek



Softcover | Erschienen: 1. Oktober 2007 | ISBN: 9783928387804 | Preis: 6,00 Euro | 32 Seiten | Sprache: Deutsch

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