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 Die Tore der Welt

Autoren: Ken Follett
Illustratoren: Jan Balaz
Übersetzer: Dietmar Schmidt, Rainer Schumacher
Verlag: Bastei Lübbe

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Die Stadt Kingsbridge ist für ihre wunderbare Kathedrale und ihren großen Wollmarkt in der Umgebung bekannt und berühmt. Doch im Jahre 1327 verblasst langsam ihr Ruhm, denn auch in anderen Städten gibt es Märkte, die Profit versprechen. Dennoch ist die Stadt im Zuge des Festes zu Allerheiligen voller Menschen, die den Gottesdienst mitfeiern möchten. Inmitten dieses Trubels treffen sich vier Kinder und entdecken ein verborgenes Geheimnis, als sie verbotenerweise im Wald spielen gehen.

Merthin und Ralph sind die Söhne von Sir Gerald, der der Priorei viel Geld schuldet. Als ihm der Beutel mit seinen Ersparnissen gestohlen wird, ist die Familie mittellos. Ihre Eltern werden Muntlinge der Priorei, während Merthin bei einem Zimmermann in die Lehre gehen muss und Ralph die Ausbildung als Knappe gewährt wird. Die muntere Carios, die Tochter eines Wollhändlers, freundet sich schnell mit dem klugen Merthin an, der sich in sie verliebt und das forsche, unabhängige Mädchen bewundert. Auch Gwenda flechtet ein enges Band der Freundschaft mit Caris, da diese sich nicht daran stört, dass deren Vater ein Tagelöhner ist.

Im Laufe der Jahre verflechten sich ihre Leben immer wieder miteinander. Sie durchleben Leiden und Freuden, Krankheit und Rückschläge und mit ihnen verändert auch die Stadt Kingsbridge ihr Gesicht, deren Geschicke von dem selbstsüchtigen Prior Godwyn bestimmt werden, der mehr als nur einmal die Pläne von Merthin und Caris zerstört.

"Die Tore der Welt" ist nach "Die Säulen der Erde" der zweite historische Roman von Ken Follett um die Stadt Kingsbridge. Da das erste Buch noch immer mit zu den historischen Bestsellern gehört, waren die Erwartungen dementsprechend hoch. Doch auch wenn der Schauplatz der gleiche ist und sich Follett somit auf bekanntem Terrain befindet, ist es ihm dieses Mal doch nicht gelungen, seinen Erfolg zu wiederholen.

Keine Frage, der Roman ist opulent geschrieben und die vielen Details lassen für den Leser die mittelalterliche Stadt neu aufleben. Anhand der unterschiedlichen Leben der Hauptpersonen wirft man einen Blick in das Alltagsleben der Landbevölkerung, der Händler, der Städter, des Klerus und des Adels. Doch eine Geschichte lebt von den Figuren, die sie bevölkern, und diese sind allzu klischeehaft. Jeder wichtigen Figur hängt ein bedeutsames Merkmal an, das sie im Laufe der Geschichte stets behält. So ist Caris selbstbewusst und unabhängig, Merthin brilliant, Godwyn verschlagen und gerissen, Ralph grausam und despotisch und Gwenda duldsam und willensstark. Auch gibt es eine viel zu starke Schwarz-Weiß-Zeichnung der einzelnen Personen, so dass auf der einen Seite die "Guten" und auf der anderen Seite die "Bösen" stehen und das ist für die Erwartungen der Leser doch zu einfach gestrickt.

Sehr schade ist auch, dass dem Buch der rote Faden fehlt. Man verfolgt zwar den Lebensweg der vier bis fünf Hauptpersonen, doch gibt es kein Ereignis, auf das hingearbeitet wird. Selbst der Brückenbau ist lediglich eine Episode im Buch und nicht mehr. Gleichzeitig wird nach jedem größeren Zeitabschnitt des Buches wiederholt, was bis dahin geschehen ist, als würde Follett dem Leser nicht zutrauen, sich zu merken, welche Ereignisse bislang passiert sind.

"Die Tore der Welt" lässt die Zeit des Spätmittelalters, die Gräuel des Hundertjährigen Krieges und das Wüten der Pest wiederaufleben. Aber die Geschichte, die der Roman erzählt, bleibt doch hinter den Erwartungen der Leser zurück. Sicher, man kann sich von der Erzählung dennoch unterhalten lassen, doch nach dem Maßstab, den "Die Säulen der Erde" gesetzt hat, ist der Leser doch enttäuscht.

Daniela Hanisch



Hardcover | Erschienen: 01. Februar 2008 | ISBN: 9783785723166 | Originaltitel: World Without End | Preis: 24,95 Euro | 1295 Seiten | Sprache: Deutsch

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