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 Deichbruch

Autoren: Hardy Pundt
Verlag: Gmeiner Verlag

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Das Landleben hinter den Deichen Ostfrieslands ist in der Regel ruhig und beschaulich. Landwirt August Saathoff ist zufrieden. Sein Hof ist mit modernen Maschinen ausgestattet und er ist Milchbauer mit Leib und Seele.

Sein Freund Wiard Lüpkes wohnt direkt hinter dem neu erbauten Deich. Der ehemalige Finanzbeamte hat dem Amt den Rücken gekehrt und hält sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Auch beim Bau des Deiches hat er als Handlanger mitgearbeitet. Als er beim ersten Hochwasser über die Ostkrümmung des neuen Deiches geht, fällt ihm auf, dass da wohl etwas nicht stimmt: Der Deich weicht auf und Wiard wird erinnert sich an die vielen merkwürdigen Unregelmäßigkeiten, die er beim Bau des Deiches mitbekommen hat. Er beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen.

Dann fliegt ein Stein durch sein Fenster und trifft ihn gefährlich am Kopf. Nun ist es mit der Ruhe vorbei. Wiard weiht seinen Freund August Saathoff in die bisherigen Ergebnisse seiner Nachforschungen ein. Saathoff stimmt es nachdenklich, dass Wiard angegriffen wurde, und er hat Angst um seinen Hof und seine Familie. Er möchte die Polizei einschalten, aber Wiard überzeugt ihn, dass die Beweise noch nicht ausreichen.

Dann aber überschlagen sich die Ereignisse: Wiard, August und der inzwischen auch eingeweihte Lübbert Siepen wollen abends noch einmal den Deich begutachten. Da fällt ein Schuss und Lübbert Siepen sinkt getroffen zu Boden.
Wer hat ein so großes Interesse daran, die Nachforschungen der drei Freunde zu verhindern, dass er sogar einen Mordanschlag verübt?
Und wird der Deich den Sturmfluten von Herbst und Winter standhalten oder müssen die Bewohner, allen voran August Saathoff und seine Familie, um ihre Höfe und ihr Leben bangen?

"Deichbruch" ist ein regional in Ostfriesland angesiedelter Kriminalroman. Die charakterlichen Eigenarten der Bewohner dieses Küstenstriches werden sehr anschaulich und detailliert wiedergegeben. Das führt allerdings auch dazu, dass der Aufbau der Story etwas langatmig wirkt und man sich während des Lesens schon das ein oder andere Mal fragt, ob es sich hier wirklich um einen Kriminalroman handelt.

Die Geschichte ist sicher gut durchdacht und logisch aufgebaut. Der Autor hat auch sehr gut recherchiert, worauf es beim Bau eines Seedeiches ankommt. Allerdings verliert die Handlung durch die langen und teilweise sehr nebensächlichen Dialoge doch ein wenig an Spannung. Es ist aber gut möglich, dass das Buch in der Region, in der die Geschichte angesiedelt ist, durchaus sehr gut ankommt. Wer die Ostfriesen kennt, weiß auch, dass der Autor hier keineswegs übertrieben hat mit seiner Charakterisierung.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und eingängig. Das macht das Buch leicht lesbar, auch wenn man von der Geschichte nicht immer gefesselt ist. Man sollte vielleicht darüber nachdenken, diesen Roman in einem anderen Genre anzusiedeln. Jemand, der "Deichbruch" kauft und glaubt, nun einen Kriminalroman der herkömmlichen Art mit einem hohen Spannungsbogen in der Hand zu haben, wird enttäuscht sein. Wer sich aber auf unterhaltsame Weise ein Bild vom täglichen Leben in dieser Region verschaffen möchte und darüber hinaus ein wenig Würze durch die ein oder andere kriminelle Handlung erwartet, der ist mit "Deichbruch" sehr gut bedient.

Renate Behr



Taschenbuch | Erschienen: 1. Juli 2008 | ISBN: 9783899777659 | Preis: 9,90 Euro

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